Die Vorgeschichte:
Für Psychologie muss ich eine kleine empirische Studie durchführen. Die ist dann aufgebaut wie so eine Diplomarbeit, nur statt 200 gibts nur so 30 Seiten, und natürlich ist das alles auch viel weniger anspruchsvoll, is ja klar.
Thema bei mir ist: Arbeitnehmermentalität bei Schülern und überstabilisierte Systemstrukturen an Schulen. Dafür braucht man Schüler. Ich also vor nem Monat zum RG, ob man das denn da machen könnte, so mit Fragebögen etc. War für ihn erstmal in Ordnung. Unterlagen wollte er natürlich, Informationen, Input. Alles kein Thema. Habe ich ihm geschickt. Brief von mir, Brief von meinem Lehrenden, Projektskizze etc.
Jetzt kam der Brief von Herrn Steinicke. Der hatte offenbar doch keine Lust mehr, vermutlich hatte er Angst vor dem Ergebnis. Man lässt sich halt nur ungern pathologische Systemstrukturen an der eigenen Schule diagnostizieren.
Für allgemeine Erheiterung in Kurs und Fachkonferenz sorgte aber Steinickes Begründung für die Ablehnung: Die ganze Sache sei "nach meinem Dafürhalten wissenschaftlich zweifelhaft". Klingt ja erstmal ganz nett. Jetzt kommt aber die große Preisfrage: Braucht man Studien für wissenschaftlich unzweifelhafte Fälle? Wie würden die Aussehen? Gibts es die Schwerkraft wirklich? Moment, eine solche Formulierung würde schon wieder Zweifelhaftigkeit unterstellen. Also: Fragestellung meiner nächsten Arbeit: Es gibt die Schwerkraft. Köstlich...
Gerade sitzt Jascha neben mir, von dem ich euch übrigens nochmal recht herzlich Grüßen soll, und wir unterhalten uns über die obige Sache. Folge: Die Wissenschaft ist am Ende, die Universitäten werden dichtgemacht. Denn letztlich ist seit dem Konstruktivismus alles zweifelhaft. Unter Umständen ist der Tisch garnicht weiss. Ist es wirklich die Schwerkraft die uns am Boden hält? Es tut mir leid das ich im obigen Abschnitt fälschlicherweise versucht habe wissenschaftliche Tatsachen zu schaffen, die garkeine sind. Wie gesagt die Wissenschaft ist am Ende. Ich werde Maurer. Danke Herr Steinicke...


